Shop-Software oder CMS

03. Sep 2020

Shop-Software oder CMS

Was ist sinnvoller für Ihr Unternehmen? Dieser Frage möchten wir Ihnen gerne in diesem Blogbeitrag beantworten und Ihnen aufzeigen, auf was dabei zu achten ist.

Zu Beginn des E-Commerce dienten klassische Shop-Systeme lediglich für den Verkauf von Handelswaren oder Dienstleistungen. Sie präsentierten eine Grundliste von Produktmerkmalen zusammen mit Bildern des betreffenden Produkts. Dieser Präsentationsstil ist heute noch im E-Commerce anzutreffen, gleichzeitig haben moderne Shop-Systeme in puncto Design und Funktionalität viel mehr zu bieten. Mit den steigenden und spezifischeren Kundenanforderungen wächst auch die für den Verkauf eines Produkts erforderliche Funktionsliste. 3D-Produktbilder verbessern die Präsentation, während Komfortfunktionen wie eine Wunschliste und hilfreiche Tipps das Einkaufserlebnis noch weiter vereinfachen.

Qualitativ hochwertige Inhalte wie attraktive Produkttexte, redaktionelle Einträge in Blog- oder Zeitschriftformaten bieten potenziellen Kunden nicht nur einen Mehrwert, sondern führen auch zu weiteren Produktverkäufen. Vorausgesetzt, dass sie von geeigneten Massnahmen zur Suchmaschinenoptimierung begleitet werden.

Parallelen zwischen den Systemen

In der Vergangenheit brauchten Webseitenbetreiber zum Kombinieren von Inhalten ein Content-Management-System (CMS) parallel zum Shop. Dies ist auch heute noch eine vernünftige Option, da CMS auf das Erstellen, Bearbeiten und Verwalten von Inhalten in grossem Umfang spezialisiert ist. Unabhängig davon, ob es sich bei den Inhalten um Text, Multimedia oder eine Kombination aus beiden handelt.

Viele CMS verfügen zudem über eine grafische Benutzeroberfläche, sodass Anfänger ohne HTML-Kenntnisse oder Programmiererfahrung Inhalte erstellen und veröffentlichen können. Neben der Erstellung von Inhalten bieten Content-Management-Systeme nützliche Tools zur Regulierung der Zugriffsrechte für Autoren und Benutzer. Shop-Systeme hingegen konzentrieren sich auf die Entwicklung komplexer, rechtskonformer Produktmanagement- und Kundenmanagement-Services. Sie dienen zudem zum Erstellen von Bestell- und Einkaufsprozessen, zur Kaufabwicklung und bieten verschiedene Zahlungsmethoden.

Warum Content-Management-System und Shop gemeinsam nutzen?

Die Vorteile eines 24-Stunden-Verkaufs und einer grösseren Reichweite sind für Händler sehr lukrativ und machen den Internethandel zu einem äusserst attraktiven Umfeld. Die richtige Infrastruktur für Ihre Anforderungen auszuwählen, ist von entscheidender Bedeutung. Es ist wichtiger denn je, das bestmögliche Kundenerlebnis zu bieten, wenn Sie neue Käufer gewinnen und bestehende Kunden langfristig behalten möchten. Ein Shop-System bietet viele Möglichkeiten, aber in Kombination mit einem CMS werden Sie Besuchern einen Mehrwert bieten, der sie vollständig überzeugt.

Interaktiver Content mit Mehrwert hilft dem Verkauf

Um sich von der Konkurrenz abzuheben, reicht eine Einkaufsplattform im Schaufensterformat nicht mehr aus. In der Marketingwelt spielt die serviceorientierte Interaktion mit Kunden eine immer wichtigere Rolle. Indem Sie hochwertige und relevante Inhalte anbieten, geben Sie Ihren Kunden einen weiteren Grund, zu Ihrer Website zurückzukehren. Bei der Präsentation dieser Inhalte kommt ein modernes CMS zum Einsatz.

Der angebotene Content sollte informativ, nützlich und unterhaltsam sein und sich eindeutig auf Ihre Marke beziehen. Wenn Sie dies mit einer guten Suchmaschinenoptimierung (SEO) kombinieren, sind Ihre Inhalte und Produkte mithilfe passender Keywords leichter in den Weiten des Internets zu finden. Um Kunden langfristig zu halten, müssen Ihr Produktangebot und die gebotene Qualität den gestiegenen Erwartungen entsprechen.

Beispiel: Das Modell "Shoppable Content"

Artikel mit hilfreichen oder unterhaltsamen Inhalten ermutigen potenzielle Kunden, auf der Website zu bleiben und mehr zu lesen. Werden die Produktmerkmale auch auf der Webseite zum Verkauf angeboten (shoppable) und in den Artikel integriert, kaufen Besucher mit höherer Wahrscheinlichkeit. Dank der Integration Ihrer Produkte brauchen Sie die Site-Besucher nicht mehr dazu ermutigen, einen Umweg zu einem separaten Shop-System zu machen.

Durch die Integration einer Kauffunktion in relevanten Inhalten verkürzen Sie die Customer Journey. Der Benutzer entdeckt das Produkt, indem er Inhalte liest, anstatt zu suchen und durch die Shop-Seite zu klicken. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Inhalt den Mehrwert von Produkten hervorhebt, beispielsweise durch Verwendung von Bildern oder Multimedia-Funktionen. Je kürzer und natürlicher die Customer Journey ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass potenzielle Kunden unterwegs verloren gehen.

Symbiose statt Koexistenz?

CMS und Shop-Systeme richten sich traditionell an unterschiedliche Website-Anforderungen. Trotzdem ergänzen sie sich sehr gut. Letztendlich erfüllt Content-Marketing nur dann seinen Zweck, wenn der Inhalt zur Vermarktung entsprechender Produkte oder Dienstleistungen verwendet wird.

Die Integration beider Systeme ist technisch bereits möglich, aber mit einigem Aufwand verbunden. Kein Wunder also, dass in jüngster Zeit sowohl Content-Management-Systeme als auch E-Commerce-Lösungen ihre eigenen Funktionen erweitern. Dies hat dazu geführt, dass sowohl CMS als auch Online-Shop-Systeme unter dem Begriff „Content-Commerce“ zusammengefasst wurden.

Verschiedene Szenarien für CMS und E-Commerce-Lösungen

Die folgenden Szenarien beschreiben fünf mögliche Formen der Integration für Online-Shop-Systeme und Content-Management-Systeme:

1.) Eine E-Commerce-Lösung erfüllt bereits alle Benutzeranforderungen im Hinblick auf das Content-Management, sodass kein spezialisiertes CMS erforderlich ist.

2.) Ein Online-Shop-System wird von einem CMS über eine Schnittstelle unterstützt.

3.) Ein CMS wird von einer E-Commerce-Lösung über eine Schnittstelle unterstützt.

4.) Das Online-Shop-System und das CMS werden getrennt betrieben, wobei jedes System auf einer eigenen Domain läuft.

5.) Ein PIM (Product Information Management System) oder ein Bestandskontrollsystem wird verwendet, um als führendes drittes System zwischen einem Online-Shop und einem CMS zu dienen.

 Szenario 1 und Szenario 5  

Das erste hier aufgeführte Szenario beschreibt die ideale Situation im Content-Commerce. Die letzte Option eignet sich besonders für Unternehmen mit einem sehr komplexen Waren- und Dienstleistungsfluss und kann zur Strukturierung von Prozessen wie Lagerbeständen und Einkäufen beitragen. Alle anderen Ansätze haben klarere Vor- und Nachteile.

Szenario 2 und Szenario 3

 Diese beiden Situationen scheinen zunächst im Wesentlichen gleich zu sein, unterscheiden sich jedoch in ihren Führungsrollen: Entweder bildet das CMS die Grundlage für das System oder das E-Commerce-Programm übernimmt die primäre Kontrolle. Welches Element übrig bleibt, fungiert dann als sekundäres System, das das Hauptsystem durch Erweiterung seiner Funktionalität unterstützt. Der Nachteil hierbei ist, dass die Integration sehr aufwendig sein kann. Wenn Sie bereits eines der Systeme in Betrieb haben, kann es sich lohnen, das fehlende in das vorhandene zu integrieren, anstatt zwei komplett neue Systeme zu erstellen.

Der grosse Vorteil der Szenarien 2 und 3 besteht darin, dass Website-Besucher auf den Shop und alle Inhalte unter derselben Domain zugreifen können. Der Shop und die Inhalte teilen auch eine gemeinsame Navigation und das gleiche Design, wie es vom führenden System festgelegt wird. Dies hilft eine Einheit innerhalb der Marke zu schaffen. Wenn Sie ein Rebranding planen oder Änderungen am Design vornehmen möchten, muss nur ein System gewartet werden – das spart Zeit und Geld.

Szenario 4

Der Vorteil, Ihren Shop und Ihr CMS im Parallelbetrieb getrennt zu betreiben, liegt in den geringeren Entwicklungskosten. Die teure und schwierige Aufgabe, die beiden Systeme zu verbinden, spielt nun keine Rolle mehr. Wenn eines der Systeme vorübergehend oder gar komplett ausfällt, arbeitet das andere wie gewohnt weiter, da beide unabhängig voneinander funktionieren.

Der grosse Nachteil dieser Option ist jedoch, dass die beiden Systeme langfristig getrennt voneinander gewartet werden müssen. Dies kann auch bei Suchmaschinen zu Problemen führen: Wenn beide Systeme unterschiedliche Leistungen erbringen, wird das „falsche“ System möglicherweise im Google-Ranking häufiger aufgeführt. Dies bedeutet, dass der Suchende zuerst einen Umweg macht, was wiederum die Customer Journey verlängert.

So finden Sie die richtige E-Commerce-Plattform

Das perfekte System für Ihren Online-Shop zu finden ist nicht einfach: Jedes einzelne Projekt bringt seine eigenen, oft komplexen Anforderungen mit sich. Der erste Schritt sollte immer darin bestehen, eine umfassende Analyse der Ausgangsbedingungen und technischen Anforderungen durchzuführen und die mittel- und langfristigen Ziele in Bezug auf Umsatz, Kosten, Wettbewerb, Anzahl der Produkte und Skalierbarkeit zu definieren.

Es lohnt sich, einen konkreten Geschäftsplan zu erstellen, da dies Ihre Analyse erheblich erleichtert. Sobald Ihre Analyse abgeschlossen ist, wird die Liste der möglichen E-Commerce-Lösungen kleiner und übersichtlicher. Sie sollten nun sorgfältig die Funktionen der verschiedenen verfügbaren Systeme vergleichen, um ein System zu finden, mit dem Sie das Beste aus Ihren Möglichkeiten herausholen können.

Um sicherzustellen, dass Ihr Online-Shop von gutem Content-Marketing profitiert, benötigen Sie entweder ein System, das bereits geeignete Content-Management-Funktionen bietet, oder ein spezielles CMS, das den Anforderungen Ihres Shops entspricht. Je komplexer ein System wird, desto wichtiger ist das Gleichgewicht zwischen Aufwand und Leistung.

CMS oder Shop-Software: Welche passt zu mir?

Wie bei E-Commerce-Plattformen benötigt auch ein CMS eine grundlegende Kompatibilität und eine entsprechende Schnittstelle, um sich mit einem Online-Shop-System zu verbinden. Es ist auch wichtig, dass Sie jederzeit Dateien zwischen dem Shop und dem CMS synchronisieren können. Bevor Sie ein Content-Management-System auswählen, müssen Sie eine grundlegende Verwendungsanalyse durchführen, um den passenden Systemtyp zu ermitteln.

Wenn die Quintessenz Ihrer Website darin besteht, Interesse zu wecken, Ihr Image zu verbessern oder die Bekanntheit der Marke durch gute, qualitativ hochwertige Beiträge zu steigern, ist ein Content-Management-System für Sie theoretisch ausreichend. Wenn Sie jedoch konkrete Produkte oder Dienstleistungen verkaufen, lohnt es sich, ein Shop-System mit einem CMS zu kombinieren. Sehr gerne stehen wir Ihnen hier mit unserem Know-how zur Verfügung. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

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